DaF-Unterricht in Japan

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LdL in Japan (Teil 1)

LdL: Konverationskurs 1. Jahr, 13.11.2006
Auch heute wieder ein Versuch Lehrerkompetenzen abzugeben. Ich habe nach Schloss und Schluessel-Methode Partner bestimmt. Da im Kurs 15 StudentInnen waren, wurde eine StudentIn meine Partnerin und sie sollte sich neben mich setzen. Viel hat sie nicht auf Deutsch gemacht, aber immerhin hat sie nach den Hausaufgaben auf Deutsch gefragt und die Anweisung gegeben den Ball zu werfen. Das Thema Praepostionen ist nicht gerade ein gutes Thema um inhaltlich viel von der Lehrerrolle abzugeben. Dafuer braucht es eine Vorbereitung. Die Ballweitergabe ging wie ueblich schleppend. Nach ihren Eindruecken befragt aeusserte sich die Studentin zu Sitzordnung: "Warum sitzen alle so weit hinten?"  Ich bin mal sehr gespannt, ob in der naechsten Stunde die StudentInnen in den vordren Reihen sitzen werden.  
LdL: Konverationskurs 1. Jahr, 14.11.2006
Zwar ein anderer Kurs als am 13.11., aber das Muster ist aehnlich, auch meine Vorgehensweise. In diesem Kurs habe ich aber schon LdL Lemente eingesetzt.
Heute, mein Partner soll auch nach vorn kommen. Er fragt die Hausaufgaben sehr schematisch und auf Deutsch ab. Manchmal muss ich etwas richtig stellen, aber im Prinzip geht's. Dann leite ich zu einer Partnerarbeit ueber, wo es um Textverstehen
geht (Ach so neu, S. 72). Die StudentInnen sollen ohne Woerterbuch die Fragen lesen, den Text nach den Fragen durch scannen und die Fragen beantworten. Mein Partner versteht dies sehr schnell und ich erklaere ihm den Nutzen der Textarbeit ohne Woerterbuch (wie spaeter der ganzen Klasse).
Fazit: Wenn man die StuentInnen nicht ueberfordert, ist LdL im Anfaengerunterricht gut einzusetzen!!!
LdL: Konverationskurs 1. Jahr, 16.11.2006
Heute schon die 2. LdL Sitzung im Kurs mit StudentInnen im ersten Jahr (die erste Sitzung muss hier noch eingefuegt werden). Ich habe (auf Japanisch) kurz erklaert, warum ich das mache, indem ich das Beispiel "werfen" nannte, weches kein Student auf Deutsch kannte, obwohl ich es sehr oft benutze und dann gefragt: "Wer moechte heute Lehrer sein?" Natuerlich, wie erwartet meldete sich niemand. Ich habe dann wieder Partner nach der Schloss/Schluessel Methode bestimmt. Der so bestimmte "Lehrer" ist ein sehr schuechterner Junge und er wuchs nicht an der Aufgabe, im Gegenteil. Und da er auch bei den anderen StudentInnen nicht beliebt war, hat ihm keiner geholfen. Er traute sich auch nicht die von mir verliehene Autoritaet einzusetzen. So hatte er den Ball sehr lange in der Hand. Am Anfang bin erst einmal rausgegangen und wollte sehen, ob die Hausaufgabenabfrage so besser klappt. Leider nicht! Und fuer den jungen Studenten war es eine Qual! Ich habe es zwar nicht beendet, aber sein Lehrereinsatz war sehr klein: "Werfen Sie den Ball, bitte" und "die Hausaufgaben", mehr hat er als "Lehrer" nicht gesagt. Fuer die naechste Woche habe ich schon einen "Lehrer" bestimmt. Ein selbstbeusster Student, der nicht lange protestiert hat, als ich ihn aufgefordert habe. Er ist sprachlich einer der Besten der Gruppe. Mal sehen!    
LdL: Klassenraumwortschatz (Konverationskurs 1. Jahr, 20.11.2006)
Wenn die StudentInnen die Lehrerrolle spielen sollen, dann muessen Sie auch die Redemittel dafuer haben. In den vergangenen Unterrichtseinheiten seit April diesen Jahres kamen die Redemittel immer wieder zur Sprache. Am Anfang gab es eine Liste von Woertern, die zu Aussspracheuebungen verwendet wurden. Dort war auch viel Klassenraumwortschatz enthalten. Dann haben mein Kollege und ich den Klassenraumwortschatz kontinuierlich erweitert, neue Woerter angeschrieben usw. Auch in den Vokabeltests kamen Woerter aus dem Klassenraumwortschatz vor. Bisher war das aber alles relativ vergebens, wie die Ergebnisse der Vokabeltests und auch die Nicht-Benutzung des Klassenraumwortschatzes zeigen.
Die heutige, durch Los ermittelte Lehrerin, war von ihrem Los
nicht begeistert. Sie hatte aber nur die Hausaufgabenkontrolle zu moderieren und auch hier waren Interventionen von mir notwendig. Die Lerner koennen m.E. nur nach gruendlicher Vorbereitung das schwierige Thema Praepostionen der Gruppe vermitteln.
Und dann stand da noch im Buch: "Von Ausbeizu nach Mitseit halt stets den Dativ bereit" (Ach so neu, S. 70). Diesen Reim und das Bild dazu, haette die "Lehrerin" einfach so ignoeriert. Das kann ich natuerlich nicht zulassen! Aber in der Gruppenarbeit haben wir den Klassenraumwortschatz immerhin (wieder einmal) besprochen und die heutige Lehrerin hat auch gemerkt, wozu sie die Redemittel braucht. Mal sehen, ob mit Hilfe von LdL der Klassenraumwortschatz besser in Koepfen der LernerInnen bleibt.    
Rollenspiel + LdL
In etwas fortgeschritteneren Klassen kann man den StudentInnen auch fortgeschrittenere Aufgaben loesen lassen. In diesem Fall heisst das, das die StudentInnen ein Rollenspiel mit ihrer Gruppe durchfuehren. Das Rollenspiel "Stellensuche" ist unter den Links nachzulesen. Die StudentInnen hatten als Hausaufgabe auf das Rollenspiel vorzubereiten, allerdings hatten mal wieder viele die Hausaufgabe nicht gemacht. In der ersten Sitzung wurden die Gruppen gebildet: 4 Spielgruppen und eine Lehrergruppe (zunaechst 2 dann 3 Personen). Die Lehrergruppe uebernahm von dort an den Unterricht. In der ersten Stunde wurde das Rollenspiel vorbereitet, wobei den StudentInnen auffiel, dass sie zu wenig ueber die Firmen wussten, die sie sich ausgesucht hatten. Als Hausaufgabe suchte sich jede Gruppe passende Links zu den Firmen aus und diese Links wurden dann auf meiner  Homepage veroeffentlicht. Auch im dann foldenden Unterricht wurde das Rollenspiel weiter vorbereitet. Mir fiel es schwer, weil ich mir das Unterrichtstempo in der 2. Unterrichtseinheit zu langsam war.  Ich besprach das zwar auch mit der Lehrergruppe aber in das Unterrichtsgeschehen habe ich nicht eingegriffen. In der 3. Stunde wurde das Rollenspiel sehr zuegig, aber doch effektvoll umgesetzt, wobei die Lehrergruppe durchaus kritisch die Leistungen der SpielteilnehmerInnen beurteilte. Nur einmal ergab sich eine sprachliche Frage (Gaeste "behandeln"). Hier griff ich ein, um die fragenden Blicke und das Lachen zu beenden. Insgesamt lief das Rollenspiel gut, wobei allerdings unter der Hand die Spielregeln geaendert wurden. Das Verhalten der Lehrergruppe war zwar manchmal unsicher und speziell in der 3. Unterrichtseinheit gab es zu viele Interventionen, was vielleicht daran lag, dass sie in der 2. Unterrichtseinheit zu  wenig eingegriffen hatte. Aber die Lehrer uebernehmen sehr vorbildlich verantwortlich fuer den Unterricht. Sie spielten ihre Lehrerrolle sehr ernst, so ernst, dass sie sich etwas von ihren MitstudentInnen abgrenzten. In der naechten Unterrichtseinheit wird diese Lehrergruppe ihre Arbeit fortsetzen, auch weil sich auf meine Frage niemand bereit erklaerte die Lehrerrolle zu spielen. Ich weiss noch nicht genau, ob ich hier vielleicht auf den Zufall (Lose) zurueckgreifen soll um auch andere StudentInnen dazu zu bringen die Lehrerrolle zu uebernehmen. In der naechten Unterrichtseinheit wird es einen Text zum Thema "Sprachenlernen" geben.  
Rollenspiel Rollenspiel "Stellensuche"
Hier den Link zum Rollenspiel Stellensuche
Hintergrundmaterial Hintergrundmaterial
z.B. Firmenseiten oder andere Informationen fuer die StudentInnen
Unterrichtsinhalt dieser Gruppe Unterrichtsinhalt dieser Gruppe
Hier gibt es in Stichworten den ganzen Untericht dieser Gruppe
Rollenspiel allgemein Rollenspiel allgemein
Hier gibt es Hintergrund-informationen zum Thema Rollenspiel im Unterricht (Quelle ZUM-Wiki)
LdL-Keine Sternstunde (Konversationskurs 1. Jahr, 27.11.06)
Eine richtige Montagsstunde: Alle kamen zu spaet, niemand hatte sich richtig vorbereitet. Und die StudentInenn fragten und antworten nach dem Muster Scheinkommunikation.
Die Aufgabe war zum Thema "Weihnachten" Fragen (und Antworten, soweit moeglich) vorzubereiten. Die Fragen waren dann so: "Was moechtest Du Weihnachten essen?" "Kuchen". "Mit wem feierst du Weihnachten" "もう一回" (Noch einmal, auf Japanisch) usw. Die fragende Gruppe hatte eigentlich die Lehrrrolle. Moeglichweise waere es gut gewesen noch eine "Monitorgruppe" hinzuzufuegen. Ich habe das schon mal probiert und es hat ueberhaupt nicht geklappt, weil die "Monitorgruppe" nicht wusste, was sie tun sollte. Was ist das ueberhaupt  ein "Monitor"? Ob das deutsche StudentInnen normalerweise wissen. Japanische kennen diesen Begriff aber nicht und verstehen auch nicht,
was sie machen sollen, wenn man es ihnen auf Japanisch erklaert.
Nun natuerlich bin ich eingeschritten, bei solchen Fragen! Erst einmal sollte wenigstens die Metakommunikation auf Deutsch laufen: "Noch einmal bitte!" Das ist Stoff der ersten Unterrichtseinheit!!!! Und dann bitte nachfragen. Noch eine weitere Frage stellen bitte. Nach meiner recht massiven Intervention ging es dann schneller und wir haben auch kurz ueber eine Weihanchtsfeier nachgedacht (immerhin!, auch ein Spielvorschlag kam von einer Studentin). Die weitere Arbeit mit dem Buch habe ich dann gemacht, es gab ein Bild zu beschreiben. Das war o.k. aber vorher musste ich die StudentInnen auffordern doch nach vorn zu kommen.
Die Lehrerin fuer die naechste Stunde ist schon (nach der Schloss und Schluessel Methode, s.o.) bestimmt. Mal sehen, wie das wird!      
Mehr Licht: LdL im Konverationskurs 3. Jahr (28.11.)
Der Kurs der letzte Woche (22.11.06) das Rollenspiel erfolgreich absolvierte, machte heute Textarbeit. Den Text (zum Spracherwerb aus Em, S. 51) habe ich zwar ausgesucht, aber wie die "Lehrer" mit dem Text verfahren wollten, habe ich ihnen freigestellt. Das Ergebnis war gut gelungen. Der Text wurde in Gruppen gelesen und die (3) Gruppen machten zu ihrem Teil eine Praesentation. Am Ende gab es eine kurze Diskussion. Der Tafelanschrieb war gelungen und auch die Zeiteinteilung, war bis auf einige Laengen, sehr gut gelungen. Das war wirklich eine erfreuliche LdL-Stunde, die aber m.E. nur moeglich war, weil die StudentInnen Erfahrungen gesammelt haben. Die StudentInnen kennen Gruppenarbeit seit 3 Jahren, die 2 "Lehrer" sprechen gut Deutsch und sind auch motiviert. Ich denke dieser Unterricht zeigt, dass man LdL curricular verorten muss, zumindest in Japan!      
Prinzip verstehen: LdL im Konversationskurs 1. Jahr (30.11.)
Da letzte Woche Donnerstag ein Feiertag in Japan war, ist es heute erst zur Fortsetzung der Stunde vom 16.11. gekommen. Der Anfang war ein Desaster: Viele kamen zu spaet und der als "Lehrer" bestimmte Student war auch nicht da! Das Verhalten der StudentInnen lag darin begruendet, dass bis heute nur sehr Wenige den Tag und das Thema ihrer muendlichen (Kurz-)Pruefung bestimmt hatten. Zum Hintergrund: 4x im Jahr muessen die StudentInnen paarweise eine 2 bis 10minuetige muendliche Pruefung absolvieren. Nur der Lehrende ist anwesend. Am Anfang koennen die StuedentInnen kaum mehr als ihren Namen sagen, jetzt koennen sie schon ueber verschiedene Themen sprechen. Am Ende dieses Semesters gibt es eine muendliche Abschlusspruefung und besonders die 4. Pruefung ist die "Generalprobe". Normalerweise duerfen die StudentInnen den Tag der Pruefung  selbst bestimmen, aber heute... Als ich anfing Vorbereitungen zu treffen um die StudentInnen nach Zufallsprinzipien einzuteilen, tauchten nach und nach die meisten StudentInnen auf, u.a. auch der "Lehrer". Wir haben uns dann dem Klassenraumwortschatz zugewandt. Die StudentInnen sollten die von mir benutzen Wendungen in Paararbeit ins Japanische uebersetzen und v.a. ueberlegen warum ich das sage. Z.B: Am Anfang der Stunde frage ich: "Was ist Hausaufgabe?" Natuerlich weiss ich, was die Hausaufgabe ist! Ich habe denn versucht den StudentInnen den Unterschied zwischen natuerlicher Kommunikation, Unterrichtskommunikation und Scheinkommunikation zu erklaeren. Das ist gar nicht so leicht, weil dies natuerlich durch die Situation bestimmt wird.  Nach der Paararbeit, in der ich mit dem "Lehrer" zusammenarbeitete, besprachen wir (nach der Entscheidung des "Lehrers") im Plenum (Kreis) zuerst die Hausaufgaben und dann den Klassenraumwortschatz, Letzteren v.a. auf Japanisch. Der "Lehrer" machte seine Sache gut und sprach viel Deutsch. Ich denke die StudentInnen haben wirklich angefangen ueber die Kommunikationsstruktur im Klassenraum nachzudenken. Die Lehrerin fuer die naechste Woche habe ich schon bestimmt (vorsichtig-tastend-fragend-autoritaer). Die Studentin war aber denke ich, wirklich einverstanden. Ein Vorteil von LdL ist das man sich die Struktur der Studentengruppen genauer angucken muss, wenn man mit ihnen so arbeiten will.
LdL-Kleine Sternstunde (Konversationskurs 1. Jahr, 4.12.06)
Nach der schrecklichen Stunde am 27.11. gab es diesmal wirklich viel mehr Licht, auch wenn insgesamt noch viel zu tun ist. Der Anfang war nicht gut. Mein Kollege hatte den Klassenordner vergessen und so wusste ich nicht, was mein Kollege am 30.11. gemacht hatte. Ich bin ihm nicht boese, weil mir das auch schon passiert ist und meine Kollege kam dann ca. 20 Minuten nach Beginn des Unterrichts extra herein und brachte den Unterrichtsordner. Dann hat er auch noch ein bisschen zugeschaut. (Ich frage ihn mal nach seinem Eindruck). Die fuer heute bestimmte "Lehrerin" war puenktlich da und nahm ihre Sache auch ernst. Sie sass neben mir vorn und kontrollierte die Hausaufgaben. Das heutige Thema waren Possessivartikel. Die Hausaufgabenkontrolle durch die "Lehrerin" verlief ganz gut, wobei die "Lehrerin" sich nur auf die ausgegebenen Redemittel verlies und andere sprachliche Handlungen auf Japanisch vranlasste, nicht ganz der Sinn der Uebung. Aber ich wollte sie auch nicht zu streng kritisieren, denn sie war ernst bei der Sache und die StudentInnen muessen sich noch daran gewoehnen, dass sie mal LeherIn werden. Fuer die naechste und uebernaechste Woche ist die "Leherin" schon bestimmt. In 2 Wochen mache einen deutschen Popsong ("Was soll ich ihr schenken?") von den Prinzen. Die "Lehrerin" muss dann mit mir die Vorgehensweise durchsprechen. Wahrscheinlich werde ich nach dem Unterricht mit den Studentinnen essen, die sowieso im Klassenraum ihr o-bento essen und dabei sprechen wir ueber den Unterricht in 2 Wochen. Ohne Japanischkenntnisse koennte ich das allerdings nicht machen!!!      
Partnerarbeiten und Vorbereitungen (11.12., 1. Jahr Konversation)
Nachdem ich letzte Woche (am am 7.12.) wegen einer fiebrigen Erkaeltung pausieren musste, ging es am Montag (11.12) mit dem gewohnten Programm weiter. Die schon vorher bestimmte "Lehrerin" fragte die Hausaufgaben ab. Das kennen die StudentInnen schon, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass der  Anteil der benutzten deutschen Sprache groesser geworden ist. In Standartsituationen wird zwar Deutsch benutzt ("Wer moechte anfangen"?), aber bei Nachfragen oder Erklaerungen wechselt die "Lehrerin" schnell ins Japanische. Wenn da nun immer dazwischen gehe, bekommen die StudentInnen Angst die Lehrerrolle zu uebernehmen. Danach gab es eine Partnerarbeit, wo Inforamtionen ausgetauscht werden. Es gibt A und B Blaetter. Auf jedem dieser Blaetter gibt es Luecken, diese Informationen findet man auf dem Blatt des anderen Partners. Das Vorbild fuer diese Uebungsform bildet das Buch "Wechselspiel" aus dem Langenscheidts Verlag. "Ach so neu", Lehrbuch mit dem wir arbeiten bietet pro Lektion mindestens eine Uebung in Partnerarbeit an, ein Grund warum ich dieses Buch ausgewaehlt habe. Diesmal war das Thema "schenken" und da es viele neue Woerter gab, habe ich mit der "Lehrerin" die Woerter besprochen. Die StudentInnen sollten kein Woerterbuch benutzten. Wir haben den gruppenweise Erklaerungen gegeben. Hier war die Hilfe der "Lehrerin" sehr nuetzlich. Die Partnerarbeit haben die Gruppen dann wieder eher effizient als kommunikativ gemacht. Da die A und B Blaetter in der Abfolge der Informationen gleich sind (man sollte dies mal aendern!!!), haben die Lerner eine Frage nach der Anderen "abgearbeitet". So wird natuerlich das Hoerverstehen kaum trainiert und auch die Uebung wird eher langweilig. Normalerweise sage ich das vorher dabei, aber wegen der mitlaufenden LdL- Organistion habe ich diesmal nicht darauf geachtet. Der "Lehrerin" ist dies natuerlich nicht aufgefallen.
Nach der Stunde habe ich noch mit der "Lehrerin" der naechsten Woche (ich hatte sie letzte Woche ganz vorsichtig bestimmt) den Unterricht der naechsten Woche bestimmt. Wir machen zum Thema "schenken" ein Lied der Prinzen ("Was soll ich ihr schenken?"). Ich habe mit der "Lehrerin" die Vorgehensweise besprochen und wurde durch ihre guten Vorschlaege ganz ueberrascht. Normalerweise spiele ich das Lied vor, wir machen daraus eine Hoerverstehensuebung und dann gebe ich den Text aus (mit Uebersetzung). Diesmal bleibt der erste Teil zwar gleich, aber dann machen wir eine Gruppenarbeit, in der besprochen wird, was er ihr schenken soll. Dafuer lassen wir das Ende des Liedes offen. Die japanische Uebersetzung gibt es entweder spaeter oder gar nicht. Wir haben das Lied besprochen (ich hatte den Text mitgebracht) und der Vorschlag des offenen Endes stammte von der Studentin. Mal sehen, was daraus wird! Auf die naechste Stunde (am 18.12.) bin ich schon sehr gespannt!        
Mit oder ohne ? LdL und Grammatik (12.12., 1. Jahr Konversation)
Eine der Gretchenfragen des modernen Fremdsprachenunterrichts in die Frage nach der Grammatik. Japanisch und Deutsch sind sehr verschiedene Sprachen und nach meiner Meinung sollte man den LernerInnen jede Hilfe geben, die sie bekommen koennen. Und Grammtik kann hilfreich sein! Sie sollte nur nicht zum Selbstzweck werden. Hier in Japan wird die Grammatik normalerweise von japanischen DozentInnen unterrichtet, die oft davon ueberzeugt sind, die deutsche Grammatik besser zu kennen als die Deutschen. Dies gilt sicherlich in vielen Faellen, da sich Muttersprachler nicht ohne Notwendigkeit mit der Grammatik ihrer Muttersprache beschaeftigen. Fuer mich gilt dies aber nicht! Und so bemerke ich auch, dass viele Grammatikdarstellungen hier in Japan einfach schlecht sind, nicht nur alt, sondern einfach schlecht. Ein Beispiel: Wenn man schon den Dativ macht, sollte man den Unterschied zwischen einer Dativ-Ergaenzung und einer Dativ-Angabe machen. Die Terminologie ist nicht wichtig, wichtig ist aber, dass die StudentInnen verstehen, dass es Verben gibt, die den Dativ brauchen und dass die anderen Verben einen Dativ haben koennen. Auch in den Woerterbuechern findet sich eine solche Unterscheidung kaum. Da dieses Problem fuer die StudentInnen neu ist, muss ich dies selbst machen. Dies bedeutete: Grammatik ja, LdL (in diesem Fall) nein! Mit Vorbereitung koennen vielleicht die StudentInnen den Anderen diese Probleme erklaeren, aber diese Vorbereitunszeit habe ich jetzt nicht. Im naechsten Jahr versuche ich das. Dieses Experiment interessiert mich sehr!        
Wenn eine Studentin fragt ... (14.12.,1. Jahr Konversation)
Da ich letzte Woche krank war, hatte ich keine Moeglichkeit den Unterricht so vorzubereiten, wie dies wuenschenswert gewesen waere. Die "Lehrerin" hatte sich auf den Unterricht aber vorbereitet. Die Unterrichtsfuehrung auf Deutsch funktionierte gut, auch auf grundlegende Grammatikfragen zu Personalpronomen konnte sie gut antworten. Es waere aber zuviel gewesen von ihr eine Erklaerung auf eine solche Frage zu verlangen: "Wofuer werden Personalpronomen gebraucht?" Sie sind eine Kurzform vom Subjekt oder Objekt. Auch auf diese einfache Antwort (auf Japanisch) ist niemand gekommen. Ich habe das nicht erwartet. Bei Uebungen zu Personalpronomen wird normalerweise nur die Formenbildung geuebt (aehnlich ist es bei den Modalverben). Das reicht nicht aus. Ein Beispiel: "Hast du schon den Kindern das Essen gekocht? - Ja! (ich habe es ihnen  schon gekocht). Hier sind mehrere Faktoren zu beachten:
1. Die Antwort "Ja!" ist sprachlich richtig. Der Satz ist nur aus Uebungsgruenden notwendig
2. Das Verb
"kochen" braucht keinen Dativ, der Dativ ist hier eine Angabe, kein Objekt (oder keine Ergaenzung)
3. Im Japanischen wird man in diesem Satz keine Pronomen benutzen. Die Antwort lautet im Japanischen nur "Ja!" oder "*Ja, schon gekocht"
Diese Erklaerungen kommen im normalen Grammatik- unterricht nicht vor, sie sind aber fuer Kommunikation und Sprachgefuehl wichtig. So eine komplexe Erklaerung kann ich ich nicht ad hoc den Lernern ueberlassen. Wenn ich es aufbaue, ist es sicher moeglich, das werde ich im naechsten Jahr machen.
Nach der Grammatik, die in den Hausaufgaben enthalten war, kam eine Fragestunde zum Thema Weihnachten. Das lief sehr gut. Die "Lehrerin" war nicht sofort mit der ersten Antwort zufrieden, sie fragte nach oder sie fragte auch andere StudentInnen nach ihrer Meinung. Und da die StudentInnen von einer anderen Studentin gefragt wurden, waren sie offener als sonst. Fuer StudentInnen im ersten Studienjahr war es wirklich ein gelungenes Gespraech ueber Weihnachten.  
Kleine Schritte sind .... (18.12.,1. Jahr Konversation)
...manchmal grosse Spruenge! Nicht alle Schwierigkeiten haben sich jetzt einfach so in Luft aufgeloest. Das habe ich auch nicht erwartet! Aber die "Lehrerin" hat immerhin ganz selbststaendig die Pausentaste betaetigt. Ohne Ruecksprache, ohne fragenden Blick. Das hoert sich nicht nach einer grossen Sache an, ist aber ein Meilenstein, auf dem ich leider nicht weiter aufbauen kann, weil bald mein Unterricht an dieser Universitaet zu Ende ist.  
Der Reihe nach: Die Lehrerin hat zuerst die Hausaufgaben abgefragt. Es ging um den Komperativ und Superlativ, der durch einen kurzen Text eingefuehrt wurde. Die Hausaufgaben bezogen sich auf den Text. An der Beantwortung der Fragen konnte ich sehen, dass die StudentInnen den Text nicht verstanden hatten. Nach der Angaben der StudentInnen hatten sie den Text vorher mit meinem Kollegen gelesen, obgleich sich kein Hinweis darauf in den Unterrichts-aufzeichnungen des Kollegen fand. Der Text war so aufgebaut: Ein Paar sucht ein Geburtstagsgeschenk (Problemstellung). Sie gehen zu Karstadt (auch hier wussten die StudentInnen nicht was das ist!, zumindest gab es auf die Frage verstaendnisloese Mienen und Schweigen). Sie wollen Bierglaeser kaufen und waehlen aus zwei Moeglichkeiten die "besseren" Bierglaeser aus. Diesen Vergleich der Bierglaeser, die (implizite) Argumentation und die Gruende fuer die "teueren" aber besseren Bierglaeser hatte die StudentInnen nicht verstanden. Auch die "Lehrerin" nicht. Deshalb habe ich den Text nochmals lesen lassen und besprochen, um den Kontext klar zu machen. Die zweite Uebung waren Gegensaetze von Adjektive, aus denen ich ein Spiel machte. Die Studentin, die am Ende stand hatte schnell alle Gegensaetze sagen
koennen, alle die nicht  (schnell!) antworten konnten, mussten sich hinsetzen. Man haette dieses Spiel auch gut in Gruppen spielen koennen, heute haette das aber zu lange gedauert. Zum Schluss kam die Musik dran. Es war ein Lied, der Gruppe "Die Prinzen" mit dem Titel "Was soll ich ihr schenken?" (vgl. Links) Die Lehrerin war anfangs unsicher, wie wir vorgehen sollten. Da die Zeit kurz war, startete ich den CD-Player. 1. Runde: "Was haben Sie gehoert?" Stichworte wie "schenken" oder "jeden Tag" hielt ich an der Tafel fest. In der 2. Runde wurde die Lehrerin wach. Ich startete die CD und nach einigen Takten unterbrach die "Lehrerin"; die StudentInnen sollten dann angeben, was sie gehoert hatten. Ich lasse meistens das ganze Lied durchlaufen und die LernerInnen machen sich Notizen ("Globalverstehen"). Bei dem Vorgehen der "Lehrerin" wurde genaueres Verstehen entwickelt, man kann das so machen und ich finde es auch gut. Wahrscheinlich ist diese Vorgehensweise den japanischen Lerngewohnheiten  naeher. Nach dem 2. Hoeren gab es den Text (nur auf Deutsch) ohne Ende, wie verabredet (vgl. den Unterricht am 11.12.). Wir haben kurz ueberlegt, was er ihr schenken soll. Viele sagten "Liebe", dann war da auch noch ein Hund oder ein Ohrring. Die originellste Antwort war: "(rohes) Fleisch!" Am Ende, obwohl die Unterrichtszeit schon vorbei war, wollten alle noch das Ende hoeren. Und ich hatte die muendlichen Kurztests am Ende ganz vergessen. Die StudentInnen nicht!
In der Nachspielzeit machten die 2 Paare ihre meuendliche Pruefung. Ich werde versuchen im naechsten Jahr die muendliche Pruefung in den  LdL-Kontext zu integrieren, ich weiss jetzt aber noch nicht genau wie.....        
Musik und Text Musik und Text
Die Prinzen: "Was soll ich ihr schenken?" als Text (mit japanischer Uebersetzung) und mp3-Datei zum Anhoeren.  
StudentInnen koennen es besser! (19.12., 3. Jahr Konversation)
Die letzte Stunde in dieser Gruppe stand ganz im Zeichen von Weihnachten. Zur Auflockerung des Unterrichts hatte ich Christstollen mitgebracht. Dann hatte ich aus dem Internet (Link siehe unten) Texte zu Weihnachten in 4 Laendern herausgesucht. Es war mir auch klar, dass das Weihnachtsfest in Japan in diesem Text falsch dargestellt wurde. Dann bekamen die Gruppen 15 (letztlich fast 25 Minuten) Zeit die Texte zu lesen. Dann sollten sie diese praesentieren. Die "Deutschland" Gruppe fing an: Teile des Textes wurden einfach so vorgelesen, oft auch in unverstaendlicher Aussprache.  Ich erklaerte dann nur einen Schluesselbegriff des Textes: "Krippe". Dann kam die Australien-Gruppe dran, die es nicht besser machte. Statt Weihnachten auf der Suedhalbkugel zum Thema zu machen, verloren sie sich in Einzelheiten. Auch die Japangruppe referrierte nur den Text. Erst auf mein Nachfragen hin sagte die Gruppe, dass Ihnen dieses Weihnachten aus dem Text nicht bekannt sei. Am Besten machte es noch die USA Gruppe. Eine Studentin erzaehlte, dass die Ikonographie des Santa Claus, die wir kennen 1931 von der Firma Coca-Cola erfunden wurde.
Insgesamt war es schon eine interessante Stunde - fuer mich! Fuer die meisten StudentInnen war es zuviel! Textarbeit und soviel Inhalt, der auch noch kritisch beleuchtet werden sollte. Die Textarbeit der "Lehrer" aus LdL war eindeutig besser (vg. "Mehr Licht", 28.11.) Den Text damals habe ich zwar ausgesucht, es war eben auch nur ein Text fuer alle. Die "Lehrer" damals haben aber die StudentInnen zu einer viel besseren Praesentation bewogen, als ich das diesmal vermocht habe. Auch wenn die "Lehrer" zu den StudentInnen mit den besten Deutschkenntnissen gehoeren, so verstehen sie doch die anderen StudentInnen viel besser als ich. Auch eine Einsicht, die eindeutig fuer LdL spricht.
Global-Christmas Global-Christmas
Eine gutgemachte Seite zu Weihanchten in der Welt (trotz vieler unnoetiger Anglizismen). Vorsicht: Weihnachten in Japan ist falsch dargestellt!
Emergenz braucht Zeit und ... (20.12., 2. Jahr Konversation)
Dies ist das Ergebnis einer Unterrichtseinheit, die sich ueber 4 Wochen hingezogen hat. In der ersten Sitzung (29.11.) wurden nach der Sitzordnung 4 Gruppen (aus 4 Personen) gebildet, die 4 Lernstationen zugeordnet wurden. Hoeren (2x: einen neuen Text, einen Text zur Wiederholung), Gespraech (miteinander, mit dem Lehrenden). Die 4 Gruppen wechselten dann alle 10 Minuten ihre Lernstation. Ich konnte in diesem Rahmen dann mit jeder Gruppe ein zehnminuetiges Gespraech fuehren. Fuer jede dieser 4 Gruppen entstand („emergierte“) dann ein Thema, fuer das sie sich interessierte. Die 4 Themen waren: Musik, Spiel(en), Alltag und Au-Pair. Das Thema Au-Pair entstand weil es ein Thema des Hoertextes war. In diesem Kurs arbeite ich mit der Lernsystem „Moodle“ (vgl. Linkliste). Im Moodle hatte ich nun 4 Foren eingerichtet, fuer jedes Thema eins. Ein Forum im Moodle ist entfernt mit einem Blog vergleichbar. Es gibt Informationen, Fragen und Meinungen zu einem Thema, die man kommentieren und erweitern kann. Die StudentInnen sollten nun als Hausaufgabe ihre Ideen zu den jeweiligen Themen kommentieren. Das geschah auch. Leider ist diese Lernplattform im Moment fuer die Oeffentlichkeit nicht zugaenglich, die Ideen und Meinungen der StudentInnen koennen im Moment nicht eingesehen werden.
In der naechsten Unterrichtseinheit (am 6.12.) sollten die StudentInnen nun gruppenweise ihre Themen praesentieren und die anderen sollten Fragen dazu stellen. Die Praesentation war ganz gut, aber die (spontanen) Fragen fielen den StudentInnen sehr schwer. In der darauf folgenden Woche (am 13.12.)  sollten die StudentInnen eine kurze Unterrichtssequenz fuer die kommende Woche vorbereiten. Die abstrakten Themen mussten also konkret werden: Welche Musik oder Welche Spiele? Was ist Alltag? Leider wurde die Lernplattform von den StudentInnen (fast) nicht zum kommunikativen Austausch genutzt. V.a. die Gruppe „Au-Pair“ hatte gute Links gefunden, die von den anderen Gruppenmitgliedern nicht beachtet wurden.
Heute (am 20.12.), der letzten Stunden vor den Ferien haben die StudentInnen den Unterricht bestritten. Die Musikgruppe fuehrte die 9. Symphonie vor, auch gab es Informationen zu den Gruppen „Die Prinzen“ und zu Sabrina Settlur. Ich hatte den Studentinnen CDs vorgestellt. Die CDs hatte ich aber nicht dabei. Kein Student hatte mich
aufgefordert die CDs wieder mitzubringen, Schade! Dann gab es den Versuch ein Weihnachtslied („Stille Nacht“) zu singen, aber leider haben die StudentInnen nicht mitgesungen. Dann kam die Gruppe „Alltag“ dran, die eine Umfrage praesentierte, die sie unter den StudentInnen des 2. Jahrgangs gemacht hatte. Die Zahlen waren grafisch ansprechend auf Karton dargestellt. Nachdem wir uns ein bisschen mit Stollen gestaerkt hatten, praesentierte die Gruppe „Au-pair“ genaue Informationen zu „Au-pair“. Die japanischen Uebersetzung stand an der Tafel und so war die Praesentation gut zu verstehen. Am Ende wurde gespielt. Es gab 3 verschiedene Spiele: Ein Bewegungsspiel, wo man Leute auffordern muss aufzustehen, die schwarze Schuhe oder eine Brille oder aehnliches haben (das Spiel heisst auf Japanisch フルツバッスケット). Ein Spiel, „Satzschlange“, wo man mit dem letzten Satz des Wortes einen neuen Satz bilden sollte (auf Japanisch しりとり). Und dann ein Spiel, bei dem man Verben benutzen soll, die auf einem Spielbrett angeordnet sind. Das letztere Spiel war etwas schwer, hatte aber wohl den hoechsten Lerneffekt.
Insgesamt war es sehr interessant, wie die StudentInnen selbststaendig zu diesen verschiedenen Unterrichtskonzepten gekommen sind. Sie haben zwar auch viel Japanisch, aber auch viel Deutsch benutzt, zur Konzeption von Frageboegen, zur Erklaerung von Spielen usw. Das Thema „Au-Pair“ war fuer einige StudentInnen von besonderen Interesse, es koennte sein, dass vielleicht StudentInnen als „Au-Pair“ nach Deutschland gehen. Insgesamt wuerde ich die Unterrichtssequenzen nicht als klassisches LdL bezeichnen, da es Gruppenarbeit gab, die auch von mir, dem Lehrer, initiiert wurde. Die Themen und die Umsetzung der Themen in der letzten Unterrichtseinheit kamen aber vollstaendig von den StudentInnen. Keiner konnte voraussagen, welche Themen kommen wuerden und wie sie umgesetzt werden wuerden. Wenn die Lernplattform (die von den StudentInnen auch in Japanisch benutzt werden kann) besser genutzt worden waere haette man noch mehr Informationen uebermitteln koennen. Besonders das Thema Musik waere noch besser geworden. Auch haetten die Ergebnisse der Umfrage im Internet publiziert werden koennen.
Fazit: Es hat Spass gemacht, aber es gibt noch Steigerungsmoeglichkeiten!              
Moodle Moodle
Informationen zur Lernplattform "Moodle" gibt es bei ZUM-Wiki
Kooperatives Lernen Kooperatives Lernen
interessante Homepage, ein paar "technische Tipps" zur Gruppenbildung z.B. waeren gut
Von Gewohnheiten und Grenzen (11.1.2007, 1. Jahr Konversation)
Nach den Ferien ging der Unterricht am 11.1. fuer alle Beteiligten mit einem Vokabeltest und anschliessender Textarbeit los. Ein kurzer Text aus dem Lehrbuch "Ach so neu", der es in sich hat. In vielen Kursen ist es den StudentInnen kaum gelungen die Fragen richtig zu beantworten, obgleich der Text (scheinbar) simpel ist. Nach der Schloss und Schluessel Methode wurden wieder Partner bestimmt. Meine Partnerin war wieder mal die "Lehrerin".  Zuerst haben alle ohne Woerterbuch den Text gelesen und die Fragen beantwortet. Meine Partnerin schaffte es ohne Muehe die Fragen richtig zu benatworten. Eine Huerde fuer meine Partnerin war von der Partnerarbeit zum Frontalunterricht ueberzugehen. Sie ist eine eher schuechterne Studentin mit leiser Stimme. Wie sollte Sie die Aufmerksamkeit erregen? Ich schlug ihr von aufzustehen, aber sie wollte nicht. Sitzend (wie alle anderen) gelang es ihr nach einigen Versuchen die StudentInnen dazu zu bringen die Fragen vorzulesen und zu beantworten.
Dann besprachen wir die (eher impliziten) Argumente im Text. Ein Deutscher will (typischerweise) Bierglaeser kaufen und sagt auch
direkt, dass diese Bierglaeser im Gegensatz zu anderen sehr schoen findet. Auf diese direkte Argumentation muss man die StudentInnen aufmerksam machen, weil sie dazu neigen Gruende zu finden, die aber so nicht im Text stehen. Es fuer die StudentInnen ungewohnt so direkt und (fast) ohne Begruendung die eigene Meinung zu sagen.
Schliesslich besprach ich mit den StudentInnen die schriftliche Antwort und das muendliche Aequivalent. (Hier haette ich gern mehr Zeit gehabt, dies ist eine gute Uebung). Am Ende besprach ich noch mit der Klasse, warum die Studentin nicht aufstehen wollte. Dies war ihr erst ein bisschen peinlich, aber ich machte aus der Erklaerung eine kleine Show. Es gibt eine Szene aus dem Film "dead poets soceity" (Club der toten Dicher), wo Lehrer seine Schueler auf die Tische steigen laesst um die Perspektive zu wecheln. Genau das habe ich auch gemacht. Alle StudentInnen haben gelacht und sind auch ohne Diskussion auf die Tische gestiegen. Damit war die Peinlichkeit der Situation verschwunden. Den Bezug zum Film hat wohl niemand verstanden, es hat mich auch leider niemand gefragt.
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Erstellt am:13.11.2006
Letzte Veränderung:29.09.2007
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Sehr beeindruckt  Fontanefan008.04.2008
Sehr beeindruckt  Fontanefan008.04.2008
Spaeter BesuchEKR029.09.2007
Wow! Dem LdL-Phänomen immer dichter auf der Spurjpm315.01.2007
Frage zu Moodlejpm011.01.2007
Super!jpm218.12.2006
Grammatik unbedingt mit LdL und zwar auf deutsch!jpm518.12.2006
Wow! Gleich zwei Beitraege!jpm013.12.2006
Zwischendurchjpm204.12.2006
Wirklich neuer AspektAnonym401.12.2006
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